Reisenburg-Tagung 2003

Zwei Jahre nach der Rentenreform – politische Erwartungen und praktische Umsetzungsstrategien

Schloss Reisensburg, 16./17.10.2003

  • Dirk Popielas: Aktuelle Finanzierungsstrategien und Trends in der betrieblichen Altersversorgung
  • Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen: Zur Nachhaltigkeit der sozialen Sicherung
  • Finlay Ross: UK Pensions – lessons to be learnt on how not to turn success into failure
  • Hans-Jürgen Gutenberger: Betriebliche Altersversorgung – ein Sparkassen-Thema
  • Dr. Michael Hessling: Die Strategie der Allianz in der Altersversorgung
  • Dr. Hartmut Leser: Die Rolle eines unabhängigen Asset Managers in der betrieblichen Altersversorgung

Zusammenfassung

Am 16. und 17. Oktober 2003 diskutierten im Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg führende Vertreter aus der Finanzdienstleistungsbranche auf der Herbst-Tagung des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) und der Universität Ulm über politische Erwartungen und praktische Umsetzungsstrategien zwei Jahre nach der Rentenreform.

Die Altersvorsorge in Deutschland steht am Anfang eines dramatischen Wandlungsprozesses! Diese Erkenntnis hat sich spätestens seit der Riester'schen Rentenreform auch in der breiten Öffentlichkeit durchgesetzt. Aber welche Konzepte und Strategien sind geeignet, die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen? Und welche Formen der Kooperation zwischen Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften sind dafür notwendig?

In diesem Spannungsfeld versuchte die Reisensburg-Tagung 2003 eine nüchterne, zukunftorientierte Bestandsaufnahme für die Finanzdienstleistungsbranche zu geben. Eine hochkarätige Gruppe von Referenten aus den Vorstandsetagen von Banken und Versicherungen zeigte auf, in welche Richtung sich die verschiedenen Akteure im Markt bewegen. Dabei ließen sich einige fundamentale Entwicklungsrichtungen feststellen. Die private Altersvorsorge, vor allem aber die betriebliche Altersvorsorge werden eine deutlich größere Rolle bei der Sicherung künftiger Alterseinkommen spielen. Angesichts der Komplexität des Themas stellt dabei die Qualität der Beratung eine besondere Herausforderung dar. Ein warnendes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Großbritannien, dessen Finanzdienstleister von einem massiven „Misselling-Skandal“ im Zuge der breiten Einführung privat finanzierter Pensionen erschüttert wurden. In Deutschland zeichnen sich zwei wesentliche Vorgehensweisen ab. Zum einen ist dies die qualitativ hochwertige und intensive Beratung durch speziell geschulte Außendienstmitarbeiter und Makler. Zum anderen ist es eine sehr standardisierte Vorgehensweise mit wenigen, für das Gros der Bedürfnisse angepassten Standardprodukten. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich in Zukunft Vertriebswege, wie z.B. die der Allianz oder des Sparkassenverbundes, in diesem konkurrierenden Umfeld entwickeln werden. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist das geeignete Investmentmanagement für die zur Altersvorsorge angesparten Gelder. Die Auswahl der richtigen Manager für ein aktives Investmentmanagement stellt eine zunehmend anspruchsvolle Aufgabe dar, die letztlich für den Sparerfolg von großer Bedeutung ist. Beispiele, wie von Goldman Sachs und Ferry-Heubeck vorgestellt, stellen mögliche Ansätze in diese Richtung vor.

Allerdings zeigen die Beiträge im vorliegenden Tagungsband nicht nur Antworten und Perspektiven für die sich abzeichnenden Entwicklungen auf, sondern werfen mindesten ebenso viele neue grundlegende Frage auf. Welche Strategien zu ihrer Bewältigung eingesetzt werden können, darüber diskutierten Führungskräfte aus allen Bereichen der Finanzdienstleistung zwei Tage lang in der besonderen Atmosphäre von Schloss Reisensburg.

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