Reisenburg-Tagung 2013

Finanzdienstleistung in einer alternden Gesellschaft

Schloss Reisensburg, 26./27.09.2013

  • Wolfgang Bosbach: Die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme
  • Martin Vogl: Die Zukunft des Vertriebs in einer alternden Gesellschaft
  • Wolfram Erling: Demographie als Herausforderung für das Geschäftsmodell eines Asset Managers
  • Klaus Mika: Alternde Gesellschaft – Vorsorge für die Mobilität in der zweiten Lebenshälfte
  • Hans-Peter Schmid: Konsequenzen der demographischen Veränderungen für das Geschäftsmodell einer Bank
  • Rainer Jacobus: Vom Bauchladen zur Nische – die IDEAL als Spezialversicherer für Senioren

Zusammenfassung

Am 26. und 27. September 2013 diskutierten im Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg führende Vertreter aus der Finanzdienstleistungsbranche auf der Herbst-Tagung des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) und der Universität Ulm über Finanzdienstleistungen in einer alternden Gesellschaft. Dabei bildete die branchenspezifische Perspektive von Versicherungen, Banken und Kapitalanlagegesellschaften den Schwerpunkt der Vorträge und der Diskussionen. Aber auch ein Referat aus der Perspektive der Politik eröffnete interessante Denkanstöße mit Blick auf ein sich stark änderndes Umfeld in Zeiten des demografischen Wandels.

Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorsitzender des Innenausschusses, referierte über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Vor dem Hintergrund des aktuellen Wahlergebnisses erläuterte er aktuelle Entwicklungen und Perspektiven in der staatlichen und privaten Vorsorge. Er beleuchtete hierbei ein weites Feld an Einflussfaktoren, wie beispielsweise Globalisierung, Energie und Migration.

Im zweiten Referat der Tagung diskutierte Martin Vogl, Chief Executive Officer, AXA Tschechien/Slowakei, die Zukunft des Vertriebs in einer alternden Gesellschaft. Als wesentliches Problem der Altersvorsorge identifizierte er hierbei, untermauert durch eigene Marktforschungsergebnisse, die Verdrängung des Themas durch die Kunden. Im Vortrag wurden zudem Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt: Über das Angebot, dem Kunden Orientierung und Hilfe bei seiner Vorsorgewahl anzubieten, sei es durchaus möglich Kunden anzusprechen.

Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge, Union Investment Privatfonds GmbH, referierte über die Demographie als Herausforderung für das Geschäftsmodell eines Asset Managers. Er zeigte auf, wie ein Asset-Manager seine Einbindung in die Vertriebsstruktur einer Genossenschaft für den Vertrieb von neuen Produkten nutzen könne. Herr Erling arbeitete Chancen für neuartige Garantieprodukte heraus, welche insbesondere auch neue Kundengruppen erschließen könnten.

Klaus Mika, Geschäftsführer, ADAC Finanzdienste GmbH, referierte über Vorsorge für die Mobilität in der zweiten Lebenshälfte in einer alternden Gesellschaft. Er beschrieb, wie sich vertrauenswürdige Marken für die Erschließung neuer Märkte nutzen, zeigte jedoch auch Grenzen auf. Herr Mika schloss insbesondere die Mobilität von Senioren in seine Überlegungen zu Altersvorsorge mit ein. Hier betonte er neben dem Angebot von Reiseversicherungen auch die sehr individuelle Mobilität innerhalb des eigenen Heims.

Über die Konsequenzen der demographischen Veränderungen für das Geschäftsmodell einer Bank sprach Hans-Peter Schmid, Vorstand Filialvertrieb, Deutsche Postbank AG. Er hob die besondere Vertriebssituation der Postbank, basierend auf einer großen Anzahl von Filialen und deren Besuchern, hervor. Diese Filialstruktur bietet ausgezeichnete Möglichkeiten, neue Kunden direkt anzusprechen und ihnen die gewünschte persönliche Erreichbarkeit zu bieten. Gerade für ältere Menschen sei dies ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für einen Finanzdienstleister.

Rainer Jacobus, Vorstandsvorsitzender, Ideal Versicherungen, referierte zum Thema „Vom Bauchladen zur Nische – die IDEAL als Spezialversicherer für Senioren“. Neben einer historischen Einordnung sprach er über die erfolgreiche Neuaufstellung der IDEAL Versicherungen als „Senioren-“Versicherer. Als besonders positiv beschrieb er eigene Datenanalysen, die für das Pricing genutzt werden, sowie die explizite Ansprache von Senioren, mit auf sie abgestimmten Versicherungsbedingungen.

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