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Vererbungseffekte in der Lebensversicherung

Im Gegensatz zu anderen Finanzmarktprodukten, bei denen eine eindeutige Zuordnung zwischen den individuellen Ein- und Auszahlungen erfolgt, beinhaltet die klassische Lebensversicherung in Deutschland auch eine Kollektivkomponente. Der Bestand eines Lebensversicherers bildet eine Gefahrengemeinschaft. Die Sicherheitszuschläge, die das Unternehmen bei der Prämienberechnung einrechnet, dienen nicht der Absicherung des einzelvertraglichen Risikos, sondern sie fließen in eine kollektive Sparreserve (RfB), aus der die Mittel bei Bedarf entnommen werden.

Folglich findet auch die Rückerstattung der nicht benötigten Sicherheitszuschläge im Rahmen des Überschussbeteiligungsprozesses nicht nach dem strengen Individualprinzip statt, sondern in Form eines gemeinsamen Verteilungsverfahrens, das stark von der Zielsetzung des Ausgleichs im Kollektiv und in der Zeit geprägt ist. Durch die Umverteilung von Überschüssen innerhalb des Versichertenbestandes kommt es zu Ausgleichseffekten. Diese treten zum einen zwischen den einzelnen Risikogruppen des Bestandes auf (Allokationseffekte), zum anderen aber auch periodenübergreifend zwischen verschiedenen Versicherten­generationen (Vererbungseffekte).

Wir beschäftigen uns daher damit, diese Effekte zu identifizieren und zielen darauf ab, Verfahren zu entwickeln, die es ermöglichen diese Effekte zu quantifizieren. Insbesondere im Rahmen der marktkonsistenten Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen (MCEV) und vor dem Hintergrund der regulatorischen Rahmenbedingungen von Solvency II ist dies von hoher Relevanz.

Veröffentlichungen

Allowance for Surplus Funds under Solvency II: Adequate reflection of risk sharing between policyholders and shareholders in a risk-based solvency framework?
Tobias Burkhart, Andreas Reuß und Hans-Joachim Zwiesler, 2017, European Actuarial Journal, First online: 04 March 2017 (DOI)
Participating Life Insurance Contracts under Solvency II: Inheritance Effects and Allowance for a Going Concern Reserve
Tobias Burkhart, Andreas Reuß und Hans-Joachim Zwiesler, 2015, European Actuarial Journal, First online: 28 September 2015 (DOI)

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