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01.2012

Wie bestimmt man künftig die Gruppensolvenz?


Bei den bisherigen quantitativen Auswirkungsstudien zu Solvency II (QIS1–QIS5) standen bei vielen Versicherungsgruppen die Solo-Berechnungen für die wichtigsten Versicherungsunternehmen der Gruppe im Vordergrund (nicht zuletzt aus Zeit- und Kapazitätsgründen). Unter Solvency II sind jedoch zusätzlich zu den Solo-Berechnungen auch Solvenzberechnungen auf Gruppenebene erforderlich. Eine solche Betrachtungsweise ist auch für die Unternehmenssteuerung wichtig, insbesondere dann, wenn sich (wie momentan häufig zu beobachten) die Solvenzsituation der einzelnen Unternehmen/Sparten stark unterscheidet.

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) unterstützt nationale und internationale Versicherungsgruppen bei der Konzeption, Durchführung und Analyse derartiger Berechnungen. Hierbei zeigt sich, dass gerade in diesem Bereich eine externe Unterstützung zielführend ist:

  • Die Berechnungen können zum Großteil ausgelagert werden, da sie auf vorhandenen internen Berechnungen aufbauen (u.a. Solo-Berechnungen, Konzernabschluss nach HGB/IFRS).
  • Bei der Interpretation und Umsetzung der komplexen Anforderungen für Gruppenberechnungen können Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten eingebracht werden.
  • Durch externe Partner kann die erforderliche Koordination der involvierten Unternehmensbereiche (u.a. Rechnungswesen/Bilanzierung, Risikomanagement und Aktuariat) sichergestellt werden.

Bei derartigen Projekten ergeben sich vielfältige Fragestellungen, welche ein umfassendes Gesamtverständnis der Solvency II Anforderungen und aktuarielles Know-how erfordern. Relevante Themen sind u.a.:

  • Modellierung von Holdinggesellschaften (insbesondere bzgl. Rückversicherung)
  • Sachgerechte Abbildung von Beteiligungen in Solo- und Gruppensicht
  • Analyse von Konsolidierungseffekten in der Konzernrechnungslegung und Berücksichtigung bei den Solvenzbetrachtungen
  • Effekte aus Risikominderung auf Gruppenebene (durch zukünftige ÜB bzw. latente Steuern) und ggf. eingeschränkter Transferierbarkeit von Eigenmitteln
  • Identifikation und Analyse der Diversifikationseffekte sowie der Treiber für den Kapitalbedarf

Besondere Herausforderungen ergeben sich bei Gleichordnungsgruppen (z.B. VVaGs).

Bei der erstmaligen Durchführung solcher Berechnungen (oder der Qualitätssicherung der intern durchgeführten Berechnungen) ergeben sich neben interessanten Erkenntnissen auf Gruppenebene häufig auch Ansatzpunkte für Verbesserungen/Korrekturen bei den Solo-Berechnungen.

Angesichts der hohen Bedeutung von Gruppenbetrachtungen und des engen Zeitplans bis zur Einführung von Solvency II sollten Solvenzbetrachtungen auf Gruppenebene zeitnah angegangen werden (z.B. im Zusammenhang mit QIS6).


Weitere Informationen:

Dr. Andreas Reuß
Bereichsleiter ALM
+49 (731) 20 644-251

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

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