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05.2014

Solvency II in der Privaten Krankenversicherung – Ist das INB-Verfahren eine angemessene Vereinfachung?


Im Rahmen der DAV-Jahrestagung 2014 in Bonn diskutierte Dr. Jan-Philipp Schmidt vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften die Angemessenheit des Inflationsneutralen Bewertungsverfahrens (INB-Verfahren), das in der Privaten Krankenversicherung bei der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen unter Solvency II zum Einsatz kommt. Die Bewertung der vt. Rückstellungen wird eine zentrale aktuarielle Aufgabe unter Solvency II sein und hat maßgeblichen Einfluss auf die Solvenzsituation. Als alternativer Ansatz zum INB-Verfahren wurde die Bilanzprojektion vorgestellt. (Link zum Vortrag)

Schon heute steht fest, dass eine intensive Auseinandersetzung mit der Angemessenheit von Annahmen und Managementregeln der eingesetzten Bewertungsverfahren zwingend erforderlich ist. Entsprechende Vorschriften sind in allen Regelungsebenen von Solvency II zu finden. Eine ungeprüfte Anwendung der Verfahren ist bereits in der Vorbereitungsphase auf Solvency II nicht mehr möglich. Die Prüfung der Angemessenheit betrifft dabei verschiedene Komponenten. Hierbei ist eine unternehmensindividuelle Analyse der einzelnen Komponenten erforderlich, um unrealistische Berechnungsergebnisse zu vermeiden und die Solvency II Vorgaben zu erfüllen.

Anhand einer Case Study aus der PKV-Praxis wurden quantitative Ergebnisse der beiden Bewertungsverfahren gegenübergestellt. Dabei wurde ersichtlich, dass sich Bilanzprojektionen zur Validierung von Ergebnissen des INB-Verfahrens eignen, wobei sie durchaus auch deutlich abweichende Ergebnisse liefern können. Das bei der Bilanzprojektion zugrundeliegende aktuarielle Projektionsmodell kann aber auch für die Berechnungen in Säule 1 verwendet werden (ist i. A. aber nicht als Internes Modell einzustufen und somit nicht zu zertifizieren). Darüber hinaus kann die Bilanzprojektion auch zur Bestimmung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs im Rahmen des ORSA/FLAOR zum Einsatz kommen.

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften unterstützt Private Krankenversicherungsunternehmen in der Vorbereitungsphase auf Solvency II auch bei weiteren Themen in allen drei Säulen (insbesondere vorausschauende Sicht im Rahmen von ORSA/FLAOR, unterjährige Berechnungen, quantitative und narrative Berichterstattung, versicherungsmathematische Funktion).


Weitere Informationen:

Dr. Jan-Philipp Schmidt
+49 (731) 20 644-253

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

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