Reisenburg-Tagung 2012

Finanzdienstleistung in Zeiten der Angst – wie funktioniert Kapitalanlage im Umfeld niedriger Zinsen und hoher Volatilitäten?

Schloss Reisensburg, 26./27.09.2012

  • Dr. Ulrich Stephan: Wohin geht die Reise?
  • Tom Wilson: What can we learn from Japan?
  • Dr. Rolf Wiswesser: Vertrieb im derzeitigen schwierigen Kapitalmarktumfeld
  • Prof. Rudolf Faltermeier: Die künftige Produktpolitik der Banken aus Sicht der Sparkassen
  • Dr. Veronika Volpert: “Wohin mit dem Geld?“ – Kapitalanlage heute und morgen aus Sicht eines Treasurers
  • Dirk Popielas: Neue Ideen für Investmentfonds

Zusammenfassung

Am 27. und 28. September 2012 diskutierten im Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg führende Vertreter aus der Finanzdienstleistungsbranche auf der Herbst-Tagung des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) und der Universität Ulm über Finanzdienstleistungen in Zeiten der Angst. Dabei bildete die branchenspezifische Perspektive von Versicherungen, Banken und Kapitalanlagegesellschaften den Schwerpunkt der Vorträge und der Diskussionen. Aber auch Referate aus der Perspektive der Energiewirtschaft eröffneten interessante Denkanstöße mit Blick auf ein sich stark änderndes Umfeld in Zeiten niedriger Zinsen und hoher Volatilität.

Dr. Ulrich Stephan, Global Chief Investment Officer der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, ordnete in seinem Vortrag die aktuelle Lage historisch ein. Er ging darauf ein, dass allein die vorherrschende Unsicherheit bereits negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben könne. Insgesamt schätzte er die derzeitige Lage in Europa jedoch als signifikant besser ein als noch vor 12 Monaten. Dr. Ulrich Stephan hob die Notwendigkeit eines stärkeren Engagements im Bildungssektor besonders hervor.

Im zweiten Referat der Tagung verglich Thomas C. Wilson, Chief Risk Officer der Allianz SE, die europäische Situation mit der in Japan und Taiwan. Er beschrieb die Auswirkungen der Niedrigzinsperiode in diesen Staaten auf den Lebensversicherungsmarkt und die Reaktionen der Regierung, mit denen mögliche Solvenzprobleme in der Versicherungsbranche gelöst wurden. Thomas Wilson hob jedoch hervor, dass ein Unternehmen niemals unter der Prämisse zu führen sei, dass der Staat die äußeren Bedingungen für einen Erfolg des Geschäftsmodells anpassen werde.

Dr. Rolf Wiswesser, Mitglied des Vorstandes der ERGO Versicherungsgruppe AG, schilderte die aktuellen Herausforderungen aus Vertriebssicht. Er schilderte, dass eines der Probleme des derzeitigen Lebensversicherungsmarktes in den starren Kapitalanlagevorschriften liege. Für die Zukunft wünsche er sich zudem eine stärkere Orientierung der Versicherungsberater an den Bedürfnissen der Kunden. Hierfür seien jedoch umfangreiche Vorarbeiten an IT- und Provisionssystemen notwendig.

Professor Rudolf Faltermeier, Vizepräsident des Sparkassenverbades Bayern, ging auf Chancen und Risiken für die Sparkassen im derzeitigen Umfeld ein. Er hob hervor, dass die Finanzierungsstruktur einer Gesellschaft zur Wirtschaftsstruktur passen müsse. Dies sei ein wichtiger Grund dafür, dass man, trotz eventuell verpasster Einsparungen durch Synergien, die Sparkassen nicht fusionieren solle. Er hob die besondere Rolle der Sparkassen durch ihre Nähe zu den Kunden hervor und schlug einen jährlichen Finanzcheck vor.

Aus Sicht der Energiewirtschaft referierte Dr. Verena Volpert, Senior Vice President Finance des E.ON-Konzerns. Sie stellte fest, dass es trotz der gemeinsamen Probleme mit der Finanzindustrie, in ihrem Unternehmen eine andere Perspektive gebe, da man mit eigenem Geld investiere. Dadurch ergäben sich zusätzliche Freiräume in der Kapitalanlage. Als Gemeinsamkeit mit Versicherungen stellte Dr. Verena Volpert die hohen Verpflichtungen aus Pensionszusagen hervor.

Über innovative Formen von Fonds als Investment sprach Dirk Popielas, Managing Director bei JP Morgan Asset Management. Dabei ging er zudem auf einige regulatorische Aspekte ein. So berichtete er, dass es aufgrund nicht eingehaltener Zeitpläne seitens der Standardisierungsgremien zu inkonsistenten Regelungen in der Bilanzierung kommen könne.

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