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07.2014

Altersvorsorgeprodukte nach dem LVRG


Das LVRG bringt mehr als nur „die nächste Rechnungszinssenkung“. Würde ein Versicherer beispielsweise einfach nur die Senkung des Rechnungszinses und die Reduktion des „Höchstzillmersatzes“ umsetzen und seine Altersvorsorgeprodukte ansonsten unverändert lassen, so hätte dies in den meisten Fällen insbesondere die folgenden unerwünschten Konsequenzen:

  • Da bei den meisten Tarifen für viele kürzere Laufzeiten die Gesamtkostenquote den neuen Höchstrechnungszins übersteigt, würde sich bei klassischen Versicherungen eine garantierte Ablaufleistung ergeben, die geringer ist als die Beitragssumme. Hybridprodukte mit Bruttobeitrags­garantie wären für solche Laufzeiten nicht mehr darstellbar.
  • Würde man weiterhin dieselben Provisionen bezahlen, so würde sich  der Break-Even-Zeitpunkt aller Tarife aufgrund des reduzierten Höchstzillmersatzes nach hinten verschieben. Die Profitabilität im Bestand würde sinken, das Stornorisiko und auch der Solvenzkapitalbedarf würden steigen.

Aus diesem Grund ist eine grundlegende Anpassung aller Tarife erforderlich. Die Höhe und Struktur der eingerechneten Kosten sowie die Höhe und Struktur der Provisionen sind so anzupassen, dass die Tarife wettbewerbsfähige Garantiehöhen und ausreichende Profitabilität aufweisen. In diesem Zuge sind natürlich auch die weiteren Anforderungen des LVRG wie z.B. die neue Mindestzuführungsquote für biometrische Überschüsse zu berücksichtigen.

Was das konkrete Produktdesign anbelangt, so bietet es sich an, in diesem Zusammenhang auch innovative Möglichkeiten der Tarifoptimierung in Betracht zu ziehen. So weisen beispielsweise verstärkt endfällige Garantien in der Regel bei gleicher garantierter Ablaufleistung c.p. eine höhere Profitabilität und ein geringeres Risiko aus Versicherersicht auf. Werden solche Elemente im Zuge der Tarifanpassung mit umgesetzt, können die negativen Effekte der ansonsten erforderlichen Maßnahmen etwas abgeschwächt werden.

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften berät zahlreiche Lebensversicherer bei allen Fragen des Produktdesigns. Unsere Expertise deckt dabei das komplette Produktspektrum ab, wie z.B. neue risikoreduzierte klassische Versicherungen, so genannte „Select-Produkte“, Hybridprodukte, Garantiefondsprodukte oder Variable Annuities, jeweils für die Anspar- und die Rentenbezugsphase. Dabei unterstützen wir bei allen Aspekten des Produktentwicklungsprozesses (z.B. Produktdesign, Durchführung von Wettbewerbsanalysen, stochastische Analysen von Produkten aus Kunden- und Unternehmenssicht, Wording von Verbraucherinformationen und Versicherungs­bedingungen, Vertriebsschulungen) und übernehmen bei Bedarf auch das komplette Projektmanagement. Dies kann auch durch den Einsatz unserer Aktuare vor Ort beim Kunden – insbesondere zur kurzfristigen Kapazitätsüberbrückung – geschehen.


Weitere Informationen:

apl. Prof. Dr. Jochen Ruß
+49 (731) 20 644-233

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

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