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Chance-Risiko-Profile von Altersvorsorgeprodukten

Die Produktentwicklung von Altersvorsorgeprodukten ist spätestens seit der Deregulierung im Jahre 1994 ein wesentlicher Faktor zum dauerhaften Erfolg und der Wettbewerbsfähigkeit von Lebensversicherungsunternehmen geworden. Aufgrund den mit der Deregulierung entstandenen Freiheiten aber auch steigender gesetzlicher Anforderungen an die entsprechenden Produkte – wie z.B. die Einführung gewisser Garantien bei sogenannten Riester-Produkten oder bei der betrieblichen Altersversorgung – wurden in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche neuartige (häufig komplexe) Produkte wie z.B. dynamische Hybridprodukte oder Variable Annuities entwickelt, welche dem Kunden einerseits Partizipation an den Kapitalmärkten ermöglichen, andererseits aber auch (Teil-) Absicherungen gegen etwaigen Wertverlust bieten. Damit wurde die bisher bestehende Produktpalette um einige interessante Neuerungen erweitert. Die Anforderungen an eine angemessene Produktberatung, um die verschiedenen Charakteristika der unterschiedlichen Produkte erkennen und transparent darstellen zu können, haben sich damit insbesondere aufgrund der gestiegenen Komplexität deutlich erhöht. Während durch die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) unter anderem der transparenten Kostendarstellung durch Einführung des Produktinformationsblattes ein gesetzlicher Rahmen geschaffen wurde, so besteht bei einer entsprechend transparenten Leistungsdarstellung der Produkte noch großes Verbesserungspotenzial. Die bisher vorherrschende Methodik mittels sogenannter deterministischer Beispielrechnungen – d.h. Ablaufleistungen oder Renten eines Produktes werden unter der Annahme einer konstanter Performance des zugrunde liegenden Investments berechnet – Charakteristika der Produkte zu ermitteln, führt häufig zu Fehleinschätzungen und somit möglichen Falschberatungen. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, anhand stochastischer Modelle Grundsätze und Methoden für eine angemessene Bestimmung von Chance-Risiko-Profilen – d.h. der Wahrscheinlichkeitsverteilung möglicher Leistungen – und deren transparente Darstellung gegenüber Vermittlern und Endkunden zu entwickeln. Durch Einführung von Chance-Risiko-Profilen sollen zum einen Produkte den Kunden entsprechend der Risikoneigung des Kunden zugeordnet werden können und zum anderen Versicherern die Möglichkeit einer zielgerichteten Produktentwicklung gegeben werden.

Veröffentlichungen

PRIIP-KID: Appearances are deceiving or why to expect the unexpected in a generic KID for multiple option products
Stefan Graf und Alexander Kling, 2020, Working Paper (Stand Juli 2020)
PRIIP-KID: [P]roviding [R]etail [I]nvestors with [I]nappropriate [P]roduct Information?
Stefan Graf, 2018, Working Paper
Life-cycle Funds: Much Ado about Nothing?
Stefan Graf, 2016, The European Journal of Finance (DOI)
The Impact of Inflation Risk on Financial Planning and Risk-Return Profiles
Stefan Graf, Lena Härtel, Alexander Kling und Jochen Ruß, 2012, ASTIN Bulletin, 44(2): 335–365 (DOI)
Financial planning and risk-return profiles
Stefan Graf, Alexander Kling und Jochen Ruß, 2012, European Actuarial Journal, 2(1): 77–104 (DOI)

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Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
ifa plädiert im Finanzausschuss des Bundestags für die Absenkung der gesetzlich geforderten Beitrags­garantie bei Riester und BZML

Das Bundesfinanzministerium plant die Absenkung des Höchstrechnungs­zinses in der Lebensversicherung auf 0,25%. Diese Absenkung ist im aktuellen Zinsumfeld grundsätzlich angemessen. Als Konsequenz können Lebensversicherungs­produkte mit einer Garantie von 100% der eingezahlten Beiträge faktisch nicht mehr angeboten werden. [mehr]

ifa informiert:
Marktüberblick über innovative Rentenbezugsphasen in der Lebensversicherung

Die Akzeptanz lebenslanger Renten ist nach wie vor gering. Einer der Gründe liegt darin, dass Vermittler und Kunden „die“ lebenslange Rente oft mit einer in der Vergangenheit vorherrschenden Standard­ausgestaltung assoziieren. [mehr]

Neuigkeiten in Kürze:

Konkretisierung zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsaspekten (ESG) im Zuge der Transparenzverordnung erschienen [mehr]

PRIIP: Europäische Aufsichts­behörden veröffentlichen überarbeitete RTS [mehr]

Verbesserungspotenzial in Excel®-Dateien [mehr]

Interne Revisionsprüfungen im Kontext von Solvency II und ALM [mehr]

Aktuarielle Software effizient testen [mehr]