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10.2014

Best Estimate für biometrische Rechnungsgrundlagen


Der Vorstand der DAV hat kürzlich einen Hinweis verabschiedet, der sich mit der Bestimmung des besten Schätzwerts (Best Estimate) für biometrische Rechnungs­grundlagen in der Lebensversicherung beschäftigt. Dieser Best Estimate ist die Grundlage für die Bewertung der Verpflichtungen unter Solvency II und somit von elementarer Bedeutung für die Beurteilung der Solvenzsituation eines Unternehmens. Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) verstärkt die Bedeutung der biometrischen Best-Estimate-Annahmen nochmals, da Risikoüberschüsse nun zum Ausgleich negativer Ergebnisse aus der Kapitalanlage herangezogen werden können.

Der Abschluss der BaFin-Vollerhebung bietet einen guten Zeitpunkt, die bisher verwendeten Best-Estimate-Annahmen bzgl. Sterblichkeit, Langlebigkeit, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit etc. zu überprüfen. Gleichzeitig sollten Prozesse für die regelmäßige und standardisierte Analyse der Best-Estimate-Rechnungs­grundlagen aufgesetzt werden, um für den Start von Solvency II gerüstet zu sein.

Im DAV-Hinweis wird erläutert, dass Best-Estimate-Rechnungsgrundlagen immer bestands- bzw. unternehmensindividuell sind. DAV-Tafeln können keine Best-Estimate-Tafeln sein, sondern lediglich als Grundlage für die Herleitung eigener Best-Estimate-Tafeln genutzt werden. Dabei müssen auch explizite und implizite Sicherheitsmargen in den verwendeten Tafeln 2. Ordnung, die z.B. durch unternehmensspezifische Selektionseffekte oder Raucheranteile entstehen, analysiert und ggf. eliminiert werden, um zu einem Best Estimate zu gelangen.  Darüber hinaus ist für alle Rechnungsgrundlagen die Existenz von Trends zu prüfen.

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften unterstützt Versicherer bei der Festlegung geeigneter Best-Estimate-Rechnungsgrundlagen. Neben den biometrischen Rechnungsgrundlagen gehören dazu auch Annahmen bzgl. Storno, Kosten und Kundenverhalten. Die Unterstützung umfasst u.a.:

  • Auswahl und Aufbereitung geeigneter Datensätze
  • Durchführung von Actual-to-Expected-Analysen
  • Auswahl und Anwendung geeigneter statistischer Verfahren zur Anpassung existierender Ausscheideordnungen bzw. Herleitung bestandsspezifischer Ausscheideordnungen
  • Analyse von Trends und Sicherheitsmargen
  • Dokumentation der verwendeten Best-Estimate-Rechnungsgrundlagen

Weitere Informationen:

Dr. Matthias Börger
+49 (731) 20 644-257

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
Auswirkungen von Garantien auf
bAV-Produkte bei niedrigen Zinsen

Eine Garantie von 100 % der Beiträge ist nach der anstehenden Rech­nungs­­zinssenkung selbst bei extrem kostengünstigen Produkten mit üblicher Produktkalkulation nicht mehr darstellbar. Vor diesem Hintergrund hat das ifa in einer Studie die Auswirkung unterschied­licher Garantiehöhen auf Chancen und Risiken von bAV-Produkten analysiert und dabei insbesondere untersucht, wie bedarfsgerechte Garantien auch im Rahmen der bAV angeboten werden können. Im Ergebnis erscheint das Chance-Risiko-Profil einer BOLZ mit redu­zierter Garantie im aktuellen Umfeld auch unter Einbeziehung der Rentenbezugsphase attraktiver als das Chance-Risiko-Profil einer BZML mit 100 % Beitragsgarantie. [mehr]

ifa informiert:
Aus komplexen Daten die richtigen Schlüsse ziehen – am Beispiel geografischer Analysen

Geografische Analysen ermöglichen die intuitive Visualisierung eines Versicherungsbestandes. Wie sich beispielsweise die Profitabilität eines fiktiven Versicherungsbestandes auf den Ebenen Bundesland – Region – Kreis darstellt, können Sie mit unserer interaktiven Beispielkarte selbst ausprobieren. [mehr]

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