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04.2015

Kapitaleffiziente Produkte – Die klassische Lebensversicherung der Zukunft!


siehe auch: hier

Lebensversicherungsprodukte mit Überschussberechtigung und klassischen (Cliquet-artigen) Zinsgarantien, wie sie oft in Mitteleuropa üblich sind, sind vor dem Hintergrund marktkonsistenter Bewertung im anhaltenden Niedrigzinsumfeld weiterhin unter Druck und führen zu hohen Kapitalanforderungen unter Solvency II oder dem Swiss Solvency Test.

Andererseits kommen bei diesen Produkten kollektive Ausgleichsmechanismen in der Kapitalanlage zur Anwendung, welche die risikoadjustierte Rendite erhöhen und daher einen signifikanten Kundennutzen generieren. Jüngere Produktinnovationen sind daher oft von der Frage getrieben, wie man die Vorteile der kollektiven Kapitalanlage bewahren und mit risikoreduzierten Garantiezusagen kombinieren kann.

So genannte „kapitaleffiziente klassische Produkte“ stellen eine Möglichkeit dar, dieses Ziel zu erreichen. Hierbei bekommt der Kunde zwei Garantiezusagen: Zum einen wird eine garantierte Ablaufleistung „endfällig“ garantiert, die mit einem gewissen Zins kalkuliert wird. Wird hier z.B. der Höchstzins/Höchstrechungszins verwendet, so ist diese garantierte Leistung genauso hoch, wie bei „üblichen“ klassischen Produkten. Zum anderen bekommt der Kunde einen Garantiezins, der „von Jahr zu Jahr“ gilt. Dieser ist geringer und kann z.B. 0% betragen. Diese „Entkoppelung“ von garantierter Leistung am Ende und garantierten jährlichen Wertzuwachs führt aus Versicherersicht zu einer Risikoreduktion und somit zu einem geringeren Kapitalbedarf.

Im dritten Teil seines Vortrags „Die Zukunft der klassischen Versicherung? Die klassische Versicherung der Zukunft!“ bei der Frühjahrsveranstaltung 2015 des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz stellte Jochen Ruß vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften die Funktionsweise solcher Produkte sowie die Auswirkungen auf die Risikosituation eines Versicherers vor.

Eine darüber hinausgehende wissenschaftliche Analyse erfolgt in dem Artikel „Participating Life Insurance Contracts under Risk Based Solvency Frameworks: How to increase Capital Efficiency by Product Design”. Diese Arbeit ist bei Springer im Band “Innovations in Quantitative Risk Management” erschienen. Hier wird insbesondere analysiert, wie alternative Produktdesigns die „Kapitialeffizienz“ erhöhen. Diese ist definiert als das Verhältnis zwischen erwarteter Profitabilität und Solvenzkapitalanforderung.

Den Link zum Vortrag finden Sie hier.
Den Link zum Artikel finden Sie hier.


Weitere Informationen:

apl. Prof. Dr. Jochen Ruß
+49 (731) 20 644-233

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
ifa fordert BdV auf, fehlerhafte Studie zur Kombination von Arbeitskraft- und Alterssicherung zurückzuziehen

Der Bund der Versicherten (BdV) hat eine Studie vorgestellt, die wirtschaftliche Nachteile von Koppelprodukten (welche Arbeitskraftabsicherung und Altersvorsorge in einem Vertrag anbieten) belegen soll und in diesem Kontext eine ifa-Studie aus dem Jahr 2020 gezielt diskreditiert und als „von der Branche gekauft“ bezeichnet. In einer Stellungnahme weisen wir nach, dass den Autoren der BdV-Studie ein fundamentaler fachlicher Fehler unterlaufen ist, und dass das Studiendesign des BdV offensichtlich ungeeignet ist, um die Frage zu beantworten, ob die Koppelung per se finanziell vorteilhaft ist oder nicht. Nach Korrektur des fachlichen Fehlers und des Studiendesigns ergeben sich ähnliche Ergebnisse wie in der ifa-Studie aus dem November 2020. [mehr]

ifa informiert:
Produktenwicklung im Zeichen der Regulierung

Mit den Veröffentlichungen von Eiopa und BaFin kommen auf die Lebens­versicherer in der Produktentwicklung neue quantitative Anforderungen zur Darlegung des Kundennutzen zu, die insbesondere Ablaufleistung und Rückkaufswert betreffen. [mehr]

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