Sie sind hier: Startseite - News & Publikationen - ifa informiert - 

ifa informiert

01.2021

Bewertung der Beitragsstabilität in der BU (mit Vorstellung am 3.2.2021 im Livestream)


In der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist aus Kundensicht neben der Qualität der Bedingungen insbesondere ein stabiler Zahlbeitrag von Bedeutung. Assekurata und ifa haben daher gemeinsam ein Verfahren entwickelt, um die Beitragsstabilität eines BU-Tarifs zu bewerten.

BU-Beitragsstabilität

Bei dem in Deutschland üblichen Sofortverrechnungssystem steigt der Zahlbeitrag, wenn die Überschussbeteiligung sinkt. Das Risiko von zukünftigen Anpassungen der Über­schuss­beteiligung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Hier spielen sowohl die Kalkulation eines Tarifs als auch die Struktur des BU-Bestandes eines Versicherers und dessen Kapitalanlage eine Rolle. Um dieser Vielschichtigkeit gerecht zu werden, haben wir ein differenziertes Bewertungsverfahren entwickelt, welches aktuariell, ganzheitlich und vorausschauend angelegt ist. Im Fokus steht die Frage, ob der Zahlbeitrag voraus­sichtlich als stabil eingestuft werden kann. Die Einschätzung der Beitragsstabilität bezieht sich dabei stets auf einen konkreten BU-Tarif.

Bewertungskriterien

Das Bewertungsverfahren folgt einem mehrdimensionalen und interaktiven Ansatz, dem Gespräche mit Unternehmens-, Produkt- und Prozessverantwortlichen des Lebens­versicherers sowie zahlreiche Informationen, die größtenteils nicht öffentlich zugänglich sind, zugrunde liegen. Wir betrachten die folgenden drei Teilbereiche:

  • Tarifkalkulation: Um den Einflussfaktor der Tarifkalkulation zu beurteilen, werden die quantitativen Annahmen und Analysen, die der Versicherer im Rahmen seiner Tarifentwicklung verwendet, herangezogen, beispielsweise hinsichtlich Ausscheide­ordnungen, preisdifferenzierenden Faktoren oder Kosten. Die Finanzierbarkeit der aktuellen Überschussbeteiligung wird dabei sowohl für Best-Estimate-Annahmen als auch für Sensitivitäten untersucht.
  • BU-Bestand: Die Beitragsstabilität hängt darüber hinaus maßgeblich vom Bestands­management und der Bestandsprofitabilität ab. Neben Größe, Historie, Struktur und Profitabilität spielen hier die Annahme- und Leistungspolitik eines Versicherers sowie sein versicherungstechnisches Controlling eine Rolle.
  • Unternehmensertrag: In diesem Teilbereich wird der Einfluss der gesamten Ertragskraft des Unternehmens auf den BU-Bestand und damit auch auf den betrachteten Tarif untersucht.

Unsere Bewertungssystematik orientiert sich zunächst am Idealzustand jedes Teilbereichs. Nur wenn sich in keinem der drei genannten Teilbereiche gravierende Mängel identifizieren lassen, wird die Beitragsstabilität mit einem Qualitätssiegel zertifiziert.

Als erste Gesellschaft hat sich die ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung unserer Bewertung unterzogen und fünf BU-Tarife auf den Prüfstand gestellt. Diese erfüllen die Anforderungen in allen Teilbereichen und wurden entsprechend mit einem Qualitätssiegel zertifiziert.

Kurzvorstellung des Bewertungsverfahrens am 3. Februar 2021

Dr. Sandra Blome stellt am 3. Februar 2021 um 17.00 Uhr das Bewertungsverfahren im Rahmen unseres neuen Formats ifa informiert live vor. Der Kurzvortrag dauert etwa 30 Minuten; die Moderation übernimmt ifa-Geschäftsführer Prof. Jochen Ruß.

Hier können Sie sich für diesen kostenlosen Livestream registrieren.


Weitere Informationen:

Dr. Sandra Blome

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
ifa plädiert im Finanzausschuss des Bundestags für die Absenkung der gesetzlich geforderten Beitrags­garantie bei Riester und BZML

Das Bundesfinanzministerium plant die Absenkung des Höchstrechnungs­zinses in der Lebensversicherung auf 0,25%. Diese Absenkung ist im aktuellen Zinsumfeld grundsätzlich angemessen. Als Konsequenz können Lebensversicherungs­produkte mit einer Garantie von 100% der eingezahlten Beiträge faktisch nicht mehr angeboten werden. [mehr]

ifa informiert:
Auswirkungen von Garantien auf inflationsbereinigte Chancen und Risiken langfristiger Sparprozesse

Die hohe Garantieerfordernis bei Riesterprodukten und in der bAV ist im aktuellen Zinsumfeld sehr kritisch zu sehen. Daher sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass ein moderates Absenken der Garantieerfordernis beim aktuellen Zinsniveau besonders viel Renditepotenzial bewirkt und das inflationsbereinigte Risiko nur in geringem Umfang erhöht. [mehr]

Neuigkeiten in Kürze:

Konkretisierung zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsaspekten (ESG) im Zuge der Transparenzverordnung erschienen [mehr]

PRIIP: Europäische Aufsichts­behörden veröffentlichen überarbeitete RTS [mehr]

Verbesserungspotenzial in Excel®-Dateien [mehr]

Interne Revisionsprüfungen im Kontext von Solvency II und ALM [mehr]

Aktuarielle Software effizient testen [mehr]