Sie sind hier: Startseite - News & Publikationen - ifa informiert - 

ifa informiert

02.2021

Kurzinfo: PRIIP: Europäische Aufsichtsbehörden veröffentlichen überarbeitete RTS


Nachdem die Europäische Kommission im Dezember 2020 in einem Brief an die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) um einen zeitnahen Vorschlag für überarbeitete technische Vorgaben zur PRIIP-Verordnung (sogenannte Regulatory Technical Standards, RTS) gebeten hat, wurden diese nun von den ESAs veröffentlicht. Inhaltlich handelt es sich dabei um denselben Vorschlag, auf den man sich im Juni 2020 seitens der ESAs nicht gemeinsam verständigen konnte und welcher damals insbesondere von EIOPA abgelehnt wurde.

Der Vorschlag sieht vor, dass die aktuell noch mögliche und von vielen Versicherern praktizierte Verwendung von UCITS-KIIDs als spezifische Anlageinformation ab 1.1.2022 nicht mehr zulässig sein wird. Ferner ergeben sich weitere potenzielle Anpassungen an den bisherigen PRIIP-KIDs. So adressieren die vorliegenden RTS beispielsweise folgende Themen:

  • spezielle Vorgaben zur Darstellung von Anlageoptionen gemäß UCITS bzw. AIF
  • Aufnahme historischer Renditen (Past Performance) für gewisse Produkte
  • methodische Änderungen bei der Berechnung der Performanceszenarien für Produkte der Kategorie 2, d.h. weitestgehende Abkehr von der sogenannten Cornish-Fisher-Transformation und stattdessen Verwendung von simulierten historischen Renditen 
  • Darstellung der Performanceszenarien, die nun unter anderem auch sogenannte „Mindestrenditen“ enthalten
  • Anpassungen beim Kostenausweis, insbesondere bezüglich der Transaktionskosten, sowie ggf. getrennte Kostendarstellung bei sogenannten Multiple Option Products (MOP) für Produkte und zugrundeliegende Anlageoptionen

Die Frage, ob und in welchem Umfang die Basisinformationsblätter der Anbieter von den geplanten Änderungen betroffen sind, hängt stark von der konkreten Umsetzung ab. Für einen Austausch hierzu stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Weitere Informationen:

info@ifa-ulm.de

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
ifa fordert BdV auf, fehlerhafte Studie zur Kombination von Arbeitskraft- und Alterssicherung zurückzuziehen

Der Bund der Versicherten (BdV) hat eine Studie vorgestellt, die wirtschaftliche Nachteile von Koppelprodukten (welche Arbeitskraftabsicherung und Altersvorsorge in einem Vertrag anbieten) belegen soll und in diesem Kontext eine ifa-Studie aus dem Jahr 2020 gezielt diskreditiert und als „von der Branche gekauft“ bezeichnet. In einer Stellungnahme weisen wir nach, dass den Autoren der BdV-Studie ein fundamentaler fachlicher Fehler unterlaufen ist, und dass das Studiendesign des BdV offensichtlich ungeeignet ist, um die Frage zu beantworten, ob die Koppelung per se finanziell vorteilhaft ist oder nicht. Nach Korrektur des fachlichen Fehlers und des Studiendesigns ergeben sich ähnliche Ergebnisse wie in der ifa-Studie aus dem November 2020. [mehr]

ifa informiert:
Produktenwicklung im Zeichen der Regulierung

Mit den Veröffentlichungen von Eiopa und BaFin kommen auf die Lebens­versicherer in der Produktentwicklung neue quantitative Anforderungen zur Darlegung des Kundennutzen zu, die insbesondere Ablaufleistung und Rückkaufswert betreffen. [mehr]

Neuigkeiten in Kürze:

Forschungsarbeiten zu Solvency II mit PwC Insurance Nord Preis ausgezeichnet [mehr]

Fondsgebundene Rückdeckungsversicherung in der Unterstützungskasse  [mehr]

Forschungsarbeiten zu Solvency II mit Gauss-Preis ausgezeichnet [mehr]

VAIT-Novelle verlangt angemessenen Test aktuarieller Software [mehr]

Beitragsstabilität für BU-Tarife der Alte Leipziger bestätigt [mehr]