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02.2017

Validierung der BSM-Berechnungen


Die Validierung der mit Hilfe des Branchensimulationsmodells (BSM) durchgeführten Solvency II Berechnungen gewinnt zunehmend an Beachtung. Zum einen werden die Validierungen benötigt, um die formalen Anforderungen an die versicherungs­mathematische Funktion (VMF) zu erfüllen. Zum anderen lassen sich aus Analysen der Detailergebnisse der Solvency II Berechnungen Verfeinerungen der Parametrisierung sowie ggf. geeignete unternehmensspezifische Anpassungen am BSM ableiten.

Als Hilfsmittel für die Validierung hat das ifa, ein Tool zur Extraktion und Analyse pfadabhängiger und zeitabhängiger Zwischenergebnisse aus dem BSM entwickelt. Das Tool wurde bereits an die kürzlich veröffentlichte Java-Version des BSM 3.0 angepasst und ermöglicht somit sehr schnelle Analysen von BSM-Berechnungen.

Für die Speicherung der z.B. 1.000 Werte über 100 Jahre in Best Estimate und allen Stress-Szenarien wird ein spezifisches Ausgabeformat verwendet. Die Auswertung erfolgt in einem Excel-Spreadsheet, das flexible (graphische) Möglichkeiten zur Auswertung bietet. Insbesondere können Häufigkeitsverteilungen von (barwertigen) Ergebnisgrößen, Quantilfächer für einzelne oder kombinierte Ergebnisgrößen sowie der Verlauf der Ergebnisgrößen in einzelnen Kapitalmarktpfaden analysiert werden. Bei all diesen Analysen ist jeweils ein Vergleich zwischen verschiedenen Stress-Szenarien (z.B. Best Estimate vs. Aktienstress) und zwischen verschiedenen Berechnungsvarianten möglich (z.B. unterschiedliche Parametrisierung der Managementregeln).

Mit Hilfe solcher Analysen können diverse Aspekte der Validierung abgedeckt werden:

  • Identifikation von Fehlern bzw. Ausreißern in den Berechnungen
  • Plausibilisierung von Zwischenergebnissen und Identifikation relevanter Einflussgrößen auf die Gesamtergebnisse
  • Plausibilisierung und Optimierung der Modellparameter (z.B. Überprüfung der aus der gewählten Parametrisierung resultierenden Modellierung der Passivseite)
  • Plausibilisierung und Optimierung von Managementregeln (insbesondere durch Transparenz bzgl. der Wirkungsweise verschiedener Parametrisierungen der Managementregeln)

Die Analyse von Detailergebnissen der BSM-Berechnungen dient häufig auch als Ausgangspunkt für unternehmensspezifische Anpassungen am BSM. Im einfachsten Fall werden hierbei einzelne Modellparameter zusätzlich zeitabhängig und oder szenario­abhängig gemacht und geeignet parametrisiert. An ausgewählten Stellen kann aber auch ein Eingriff in die Projektionsmethodik sinnvoll sein. Derartige Anpassungen betreffen sowohl das BSM-Spreadsheet als auch den VBA-Code bzw. Java Source-Code und führen häufig zu deutlich veränderten Solvenzquoten. Im Rahmen unserer Beratungsprojekte vermitteln wir auch das Know-how bzgl. der im Vergleich zu Excel/VBA deutlich komplexeren Programmierung in Java.


Weitere Informationen:

Dr. Andreas Reuß
+49 (731) 20 644-251

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

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