Sie sind hier: Startseite - News & Publikationen - ifa informiert - 

ifa informiert

10.2015

Die Zukunft der klassischen Versicherung: Runoff or Redesign?


Klassische deutsche Lebensversicherungsbestände (mit Überschussberechtigung und traditionellen, Cliquet-artigen Zinsgarantien) sind im anhaltenden Niedrigzinsumfeld dauerhaft unter Druck und führen zu hohen Kapitalanforderungen unter Solvency II. Viele Versicherer stellen daher die Frage, ob das klassische überschussberechtigte Geschäft noch fortgeführt werden kann.

Im Artikel „Participating Life Insurance Contracts under Risk Based Solvency Frameworks: How to increase Capital Efficiency by Product Design” von Andreas Reuß, Jochen Ruß und Jochen Wieland (alle ifa) (erschienen bei Springer) konnte gezeigt werden, dass klassische Produkte mit alternativen Garantieversprechen zu einer Risikoreduktion und geringerem Kapitalbedarf führen. Dabei bleibt die garantierte Ablaufleistung unverändert, aber der jährliche Wertzuwachs wird vom garantierten Rechnungszins entkoppelt.

Da die größten Risiken derzeit jedoch aus den in den Vergangenheit abgeschlossenen Verträgen resultieren, bleibt die Frage, wie solche neuen „alternativen“ Verträge wirken, wenn sie in einen bestehenden klassischen Bestand eingebracht werden. Derartige Wechselwirkungen neuer Produkte mit dem Bestand wurden von Jochen Wieland im Vortrag Runoff or Redesign? Alternative Guarantees and New Business Strategies for Participating Life Insurance beim 19th International Congress on Insurance: Mathematics and Economics (IME) in Liverpool  diskutiert. Dazu wird ein „typisches“ Bestandsportfolio modelliert, verschiedene Neugeschäftsstrategien angewendet und auf die resultierende Profitabilität, Risikolage sowie Kapitaleffizienz hin analysiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass für den Versicherer im Hinblick auf das Zinsrisiko das Angebot von Neugeschäft mit geeignet gestalteten, risikoreduzierten Produkten mit alternativen Garantien entscheidende Vorteile gegenüber einem Run-Off des Bestandes hat. Des Weiteren wird auch die Entwicklung der Kennzahlen in einem Planungsszenario analysiert, wie es auch im Rahmen der ORSA (Own Risk and Solvency Assessment) unter Solvency II gefordert wird.

Den Link zum Vortrag finden Sie hier.


Weitere Informationen:

apl. Prof. Dr. Jochen Ruß
+49 (731) 20 644-233

Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften
Lise-Meitner-Str. 14
89081 Ulm

Wichtige Informationen:

ifa aktuell:
Studie zu Nutzen und Akzeptanz der Rentenversicherung

Jochen Ruß und Stefan Schelling (ifa und Uni Ulm) haben ausführlich analysiert, unter welchen Umständen eine Verrentung des angesparten Geldes sinnvoll ist und warum die Akzeptanz von Verrentung meist auch dann sehr gering ist, wenn eine Verrentung rational wäre. [mehr]

ifa informiert:
Kundenberatung der Zukunft

Die Reisensburg-Tagung wird seit 1993 jährlich vom ifa veranstaltet und führt Teilnehmer aus der obersten Führungsebene der gesamten Finanzdienst­­leistungs­branche zusammen, um Grundsatzfragen und mittel- bis langfristige Entwicklungen zu diskutieren. [mehr]

Neuigkeiten in Kürze:

Forschungsergebnisse zu Trends in Sterblichkeiten [mehr]

Einfluss von Lebensumständen auf die Sterblichkeit [mehr]

Data Analytics zur Vorhersage von Hochkosten [mehr]

Erfolgreiche Anwendung von Data-Analytics-Verfahren in der Storno­modellierung [mehr]

PRIIP-KID: Konsultation und Forschungsarbeit veröffentlicht [mehr]